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Glossar

Begriffe, die hier vorkommen

Kurz erklärt, was in Berichten und Gesprächen über rotorsynchrone Geräuschanregung gemeint ist — in der Bedeutung, in der wir die Begriffe verwenden.

Akustikprüfstand
Prüfstand mit ausreichend geringem Eigengeräusch und definierter Anbindung, um Geräusche des Prüflings reproduzierbar zu messen. Ohne Wiederholbarkeit ist kein Vergleich zwischen Bauständen möglich.
Beschleunigungsaufnehmer
Sensor, der Körperschall als Beschleunigung erfasst. Lage und Anbindung entscheiden mit darüber, welche Anteile überhaupt messbar sind.
Campbell-Diagramm
Darstellung der Amplituden über Drehzahl und Frequenz, in der Ordnungen als Geraden durch den Ursprung erscheinen. Sie macht sichtbar, wo eine Ordnung eine Struktureigenfrequenz kreuzt.
Condition monitoring
Fortlaufende Zustandsüberwachung im Betrieb, die Veränderungen an denselben Ordnungen über die Zeit verfolgt. Dieselben Kennzahlen wie in der Entwicklung, nur wiederholt statt einmalig.
Elektromagnetische Anregung
Kräfte zwischen Rotor und Stator elektrischer Maschinen, die an Polpaar- und Nutzahlen gebundene Ordnungen erzeugen. Sie überlagern sich im Spektrum mit mechanischen Anregungen und müssen von ihnen getrennt werden.
End-of-Line-Prüfung
Akustische Prüfung jedes Prüflings am Ende der Fertigung, meist mit wenigen Sekunden Messzeit und festen Grenzwerten. Die Grenzwerte taugen nur, wenn sie an Ordnungen und nicht an Summenpegeln hängen.
Heulen
Ein tonaler, mit der Drehzahl wandernder Ton, getragen von einer Anregungsordnung und ihren Harmonischen — im Getriebe etwa von der Zahneingriffsordnung.
Körperschall
Schwingung, die sich in Bauteilen fortpflanzt, gemessen mit Beschleunigungsaufnehmern an Gehäuse oder Lagerstellen. Der Weg vom Körperschall zum hörbaren Geräusch führt über die Abstrahlung der Struktur.
Lagerschadensfrequenzen
Aus Geometrie und Drehzahl berechenbare Ordnungen für Außenring, Innenring, Wälzkörper und Käfig. Sie erlauben, einen Lagerschaden von einer anderen Anregungsursache zu unterscheiden.
Luftschall
Das über die Luft übertragene, mit Mikrofonen messbare Geräusch. Für die Ursachensuche ist Körperschall meist aussagekräftiger, weil er näher an der Quelle entsteht.
NVH
Noise, Vibration, Harshness — die Sammelbezeichnung für Geräusch, Schwingung und Rauigkeit eines Fahrzeugs, einer Maschine oder eines Antriebs. Rotorsynchrone Anregungen sind der Teil davon, der fest an die Drehung einer Welle gebunden ist.
Ordnungsanalyse
Auswertung eines Signals nach Vielfachen einer Wellendrehzahl statt nach Frequenzen in Hertz. Eine Ordnung bleibt über den gesamten Drehzahlbereich dieselbe Zahl und lässt sich deshalb einem Bauteil zuordnen.
Ordnungsspektrogramm
Wie ein Campbell-Diagramm, aber mit Ordnungen statt Frequenzen auf einer Achse. Drehzahlgebundene Anteile stehen darin als senkrechte Linien, unabhängig von der Drehzahl.
Rasseln
Ein breitbandiges, unregelmäßiges Geräusch aus lastfreien Verzahnungen, die im Zahnflankenspiel anschlagen. Es hängt an Drehmomentschwankungen und nicht an einer festen Ordnung.
Referenzwelle
Die Welle, auf deren Winkel eine Auswertung bezogen wird. Liegen anregende Elemente auf verschiedenen Wellen, wird jedes auf seine eigene Welle bezogen.
Rotorsynchrone Geräuschanregung
Anregung, die fest an die Drehung eines Rotors gebunden ist und deshalb mit der Drehzahl wandert. Im Spektrum erscheint sie als Ordnung; davon zu unterscheiden sind lastabhängige, nicht drehzahlgebundene Effekte wie Rasseln.
Schaufelpassierfrequenz
Die Frequenz, mit der die Schaufeln eines Laufrads an einer festen Stelle vorbeiziehen: Drehfrequenz mal Schaufelzahl. Als Ordnung ist sie die Schaufelzahl — das strömungsseitige Gegenstück zur Zahneingriffsordnung.
Seitenbänder
Linien im Abstand einer Wellenordnung neben der Zahneingriffsordnung. Ihr Muster verrät, welches Rad des Paares die Abweichung trägt — die Eingriffsordnung allein sagt nur, welche Stufe.
Trenngüte
Maß dafür, wie sicher zwei dicht beieinanderliegende Anregungen in einer Auswertung auseinandergehalten werden. Eine Aussage ohne Trenngüte ist eine Vermutung mit Nachkommastellen.
Übertragungsfunktion
Der frequenzabhängige Zusammenhang zwischen einer Anregung und der Antwort an einer anderen Stelle. Sie erklärt, warum eine kleine Anregung laut werden kann, wenn der Übertragungsweg sie verstärkt.
Unwucht
Ungleichmäßige Massenverteilung eines Rotors. Sie regt mit der ersten Ordnung seiner Welle an und wächst mit dem Quadrat der Drehzahl.
Ursachenanalyse
Der Weg von einer gemessenen Ordnung zu dem Bauteil, das sie erzeugt — englisch root cause analysis. Er führt über das kinematische Modell der Maschine, nicht über Mustererkennung im Spektrum.
Verzahnungsabweichung
Abweichung der gefertigten Zahnflanke von der Soll-Geometrie, etwa in Profil, Flankenlinie oder Teilung. Solche Abweichungen sind die häufigste Ursache tonaler Getriebegeräusche.
Verzahnungsqualität
Die Toleranzklasse einer Verzahnung nach DIN/ISO, die zulässige Abweichungen festlegt. Eine bessere Qualitätsklasse begrenzt die Anregung, garantiert aber allein noch kein leises Getriebe.
Wellensynchrone Auswertung
Die Messung wird auf den Wellenwinkel bezogen statt auf die Zeit, in der Regel über einen Drehzahlgeber. Nur so bleiben drehzahlgebundene Anteile bei wechselnder Drehzahl scharfe Linien statt verschmierter Hügel.
Zahneingriffsfrequenz
Die Frequenz, mit der Zähne eines Radpaars in Eingriff kommen: Drehfrequenz der Welle multipliziert mit der Zähnezahl. In Ordnungen ausgedrückt ist es die Zahneingriffsordnung.
Zahneingriffsordnung
Die Zähnezahl des betrachteten Rads, bezogen auf seine eigene Welle. Sie ist der Träger des Heulens und der Bezugspunkt für die Seitenbänder.